Piranhas

Sind Piranhas so wie ihr schlechter Ruf? Kann man ohne Angst um sein Leben im Amazonas zusammen mit Piranhas baden? Können Piranhas Menschen fressen?

Heimat und Futter
Piranhas leben in Südamerika meist in kleinen Schwärmen von etwa 30 Tieren. Nur in seltenen Fällen konnten Schwärme mit über 2000 Individuen beobachtet werden. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Kleinfischen, Insekten, kranken und toten Fischen sowie Schalentieren. Obwohl dem Piranha der Ruf des gefährlichen und totbringenden Fisches vorauseilt, konnte bisher in keinem einzigen Fall nachgewiesen werden, daß er Menschen getötet hat. Es gab in der Vergangenheit lediglich Fälle, in denen bereits ertrunkene Menschen gefressen wurden.

Baden mit Piranhas
Man braucht also nicht zu befürchten, daß einem das Fleisch bis auf die Knochen abgenagt wird, wenn man in dem verzweigten Netz des Amazonas badet, was die einheimische Bevölkerung übrigens seit jeher ohne jede Furcht tut! Piranhas haben aber rasierklingenscharfe Zähne und sehr kräftige Kiefermuskeln. Ein Angriff auf ihre Beute erfolgt, wenn sie sehr hungrig sind, oder aber auch in Stresssituationen aufgrund ungewöhnlicher und für sie unbekannter Vorgänge in ihrer Umgebung, durch die sie sich bedroht fühlen. Der Biss des Piranha kann Finger oder Zehen abtrennen.

Große Unterschiede von Ort zu Ort
Es gibt große Unterschiede sowohl zwischen den einzelnen Arten als auch den einzelnen Individuen. Beispielsweise kann das Baden an bestimmten Stellen gefahrlos möglich sein, während nur wenige Kilometer weiter das Risiko dafür erheblich höher ist. Man soll also den nötigen Respekt vor den Fischen haben, obwohl es in ihrem natürlichen Element – unter normalen Bedingungen – wenig Bedrohliches für den Menschen gibt. Das unterschiedliche Verhalten der Tiere von Ort zu Ort ist sicherlich auf verschiedene Ursachen zurückzuführen, wie Futter- und Platzmangel sowie Abfall vom Fischfang, der Blutspuren enthält, in das Wasser geschüttet wird und somit hungrige Fische anzieht.

Kannibalismus
Als Schwarmfische genießen Piranhas Schutz gegen externe Angreifer, da einzelne Individuen im Schwarm von außen schlecht fokussierbar sind. Intern kommt es jedoch infolge von Futtermangel zu Kannibalismus, bei dem auch der eigene Nachwuchs nicht verschont wird. Die Natur überträgt den Piranhas damit die sehr wichtige Aufgabe der Beseitigung verwertbarer Abfälle, diese Fische halten daher die Gewässer ihres Lebensraumes sauber und tragen zur Aufrechterhaltung einer guten Wasserqualität bei!

Wann sind Piranhas am gefährlichsten?
Besonders in Zeiten von Dürreperioden leben Piranhas in Seen und Flußläufen infolge der Wasserverdunstung auf immer enger werdendem Raum mit immer weniger Nahrungsangebot, was Nervosität und Aggressivität steigert und zu Angriffen eines Schwarmes auf größere Tiere führen kann.